FAQ
47. Was ist der effektive Jahreszins?
Der effektive Jahreszins darf nicht mit dem Nominalzins verwechselt werden. Beim Nominalzinssatz handelt es sich um die reine Verzinsung des Darlehens. Hier sind nicht alle Kosten miteingerechnet. Somit ist der Nominalzinssatz keine reale Grundlage für den Vergleich von Kreditangeboten.
Der effektive Jahreszins setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Er wird durch den Nominalzinssatz verzinst. Bei der Ermittlung des effektiven Jahreszinses werden auch Tilgungssatz, -beginn und –höhe berücksichtigt. Die Dauer der Zinsbindung, die tilgungsfreie Zeit und die Verrechnungstermine für Zins und Tilgung spielen auch eine wichtige Rolle. Auch der Auszahlungskurs und Bearbeitungsgebühren werden miteingerechnet.
Wenn die Möglichkeit besteht, dass sich eines oder mehrere dieser Faktoren während der Laufzeit verändern, handelt es sich um einen anfäglichen effektiven Jahreszins. Wenn die Faktoren für die ganze Laufzeit festgeschrieben sind, spricht man von einem echten effektiven Jahreszins.
Gebühren, die im Effektivzinssatz nicht enthalten sind: Schätzgebühren, Bereitstellungszinsen, Teilauszahlungszuschläge und Kontoführungsgebühren.
Um sich ein reales Bild über die Kredite verschiedener Anbieter zu machen, ist es besonders wichtig einen genauen Blick auf den effektiven Jahreszins zu werfen. Dieser spiegelt die tatsächlichen Finanzierungskosten wieder.
Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet den effektiven Jahreszins für Kredite bis zu 50.000 € anzugeben. Tun sie das nicht, so hat der Kunde das Recht die gezahlten Zinsen zurückzuverlangen. Dieses Recht gilt allerdings nur bis sich der effektive Jahreszins ändert. Die Bank muss dem Kreditnehmer nicht mitteilen, dass sie den effektiven Jahreszins nicht angegeben hat. Wenn der effektive Jahreszins zu niedrig angegeben wird, kann der Kunde auch Jahre ncah Vertragsschließung von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen.