FAQ
51. Welche Möglichkeiten gibt es zur Tilgung von Baudarlehen?
Die Tilgung von Immobiliendarlehen kann durch mehrere Möglichkeiten an die persönlichen Bedürfnisse der Kreditnehmer angepasst werden. Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Tilgungsformen liegen vor allem in der Höhe der Zinsen, der Dauer der Tilgungszeit und der Stellung von Sicherheiten.
Um die geeignedste Finanzierungsart zu bestimmen ist eine umfassende Beratung unerlässlich.
Annuitätendarlehen
Die am meisten genutzte Tilgungsform ist das Annuitätendarlehen. Hier ist für das erste Jahr ein Tilgungssatz von einem Prozent üblich. Die monatliche Rate (die Annuität) setzt sich aus dem Tilgungsanteil und den Zinsen zusammen. Die Zinsen werden jeweils auf die noch nicht zurückgezahlte Kreditsumme berechnet. So steigt der Tilgungsanteil immer an, die Zinsen werden jedoch von Monat zu Monat kleiner. Die Höhe der Rate ist für die ganze Laufzeit festgesetzt.
Tilgungsfreie Darlehen
Wie schon der Name andeutet, müssen bei tilgungsfreien Darlehen während der ganzen Laufzeit lediglich Zinsen gezahlt werden. Am Ende der Laufzeit wird der ganze Kreditbetrag auf einmal zurückgezahlt. Es gibt mehrere Tilgungsmöglichkeiten.
Das Darlehen kann durch angesparte Investmentfonds getilgt werden. Hier besteht das Risiko, dass die Fonds bis zum Ende der Kreditlaufzeit an Wert verlieren. So ist es möglich, dass die angesparte Summe zur Tilgung der vollständigen Kreditsumme nicht mehr ausreicht. Sicherer ist hingegen eine Kapitallebensversicherung abzuschließen. Bei dieser Variante werden zum Vertragsende das Kapital und die von der Versicherung erwirtschafteten Erträge ausgezahlt.
Die gewählte Tilgungsart (durch Investmentfonds oder Kapitallebensversicherung) wird im Darlehensvertrag vereibart.
Bauspardarlehen
Die Finanzierung einer Immobilie durch ein Bauspardarlehen ist dann möglich, wenn vorher ein Bausparvertrag abgeschlossen und die notwendige Geldsumme angespart wurde. Diese Summe muss zwischen 40 und 50 % der Bausparsumme betragen. Ein Bauspardarlehen bietet dem Darlehensnehmer Planungssicherheit – die Zinsen werden bereits bei Abschluss des Bausparvertrages vereinbart. Sondertilgungen können jederzeit erfolgen. So kann nicht nur die Gesamtlaufzeit verkürzt, sondern auch die Gesamtkosten verringert werden.
Konstante Raten
Konstantmodelle sind eine Tilgungsart, die sich aus tilgungsfreien Darlehen, dem sogenannten Vorausdarlehen und einem Bausparvertrag zusammensetzen.
In den ersten Jahren werden nur Zinsen gezahlt und gleichzeitig ein Bausparvertrag angespart. Sobald die Mindestspartsumme (Zuteilung) erreicht wurde, wird das Vorausdarlehen mit dem Bausparvertrag abgelöst. Für Bauspardarlehen, die auf ein Konstantmodell aufgabaut sind, gibt es Laufzeiten zwischen 18 und 25 Jahren. Die Raten bleiben für die ganze Laufzeit konstant.
Tilgungsdarlehen und öffentliche Darlehen
Tilgungsdarlehen werden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Die KfW fördert zum Beispiel Bauherren von Niedrigenergiehäusern oder Modernisierer. Die Berechnung der Zinsen erfolgt in der Regel vierteljährlich, die Berechnung der Tilgung halbjährlich. Die Tilgungsraten sind für die gesamte Laufzeit festgeschrieben, die Zinsraten reduzieren sich mit fortschreitender Zahlung. Somit wird die Monatsrate immer niedriger.