FAQ
54. Welche Risiken können bei der Finanzierung einer Immobilie auftreten und welche Vorkehrungen sollte man treffen um diese Risiken so niedrig wie möglich zu halten?
Bei der Beantragung eines Darlehens muss der Kunde der Bank alle Informationen mitteilen, die diese zur Prüfung der Kreditwürdigkeit des Antragsstellers benötigt. Anhand dieser Angaben erstellt die Bank eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung um zu ermitteln ob der Kreditinteressent in der Lage ist die monatliche Kreditrate zu zahlen. Dies dient auch dazu um sicher zu gehen, dass der Kunde sich durch das Darlehen nicht verschuldet.
Die einwandfreie Bonität, die bei Abschluss des Kreditvertrages vorliegt, kann durch viele unvorhergesehen Ereignisse gefährdet werden. Das Ableben des Kreditnehmers, Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit – diese sind alles Risiken, die während einer langen Laufzeit auftreten und zur Verringerung des Familieneinkommens beitragen können. Damit man noicht in die Schuldenfalle gerät, ist es empfohlen durch Zahlungsausfallversicherungen vorzusorgen. Bei Tod des Versicherungsnehmers übernimmt die Versicherung die Begleichung der Restschuld. Falls Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit eintreten, werden die Kreditarten weiterhin bezahlt.
Die Höhe der Versicherungsprämie wird anhand des Alters, des Geschlechts des Versicherten, sowie anhand der Darlehenshöhe bestimmt. Die Prämie kann entweder bei Ablauf des Vertrages auf einmal bezahlt werden oder in den monatlichen Raten mitfinanziert werden.
Falls Änderungen in den Einkommensverhältnissen oder sonstige Ereignisse auftreten, die die Rückzahlung des Darlehens gefährden, ist es die Pflicht des Kunden diese so schnell wie möglich der Bank mitzuteilen und über mögliche Lösungen zu sprechen.
Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Bank, wenn man mit zwei Raten im Rückstand liegt und man auch nach dem Erhalt von mehreren Mahnungen nicht in der Lage ist zu zahlen, von ihren Grundpfandrecht Gebrauch machen kann. In so einer Situation wird die Immobile zwangsversteigert und aus dem Erlös das Darlehen getilgt. Falls die erzielte Summe höher ist als die Restschuld, wird dem Kunden die Differenz ausgezahlt. In der Regel muss der Kreditnehmer damit rechnen, dass die Versteigerung nicht ausreichend Geld einbringt. Den verbleibenden Teil der Schuld muss er noch abbezahlen.
Bei Immobiliendarlehen ist die Eintragung einer Grundschuld auf das finanzierte Objekt Teil des Vertrages. Bis vor einigen Jahren dienten noch Hypotheken als Sicherheiten. Die Höhe der Hypothek hing von der Höhe der Darlehenssumme (auch Darlehensnominalbetrag genannt) ab. Im Gegensatz zu der Grundschuld, erlosch die Hypothek sobald das Darlehen abbezahlt wurde. Die Grundschuld bleibt in voller Höhe bestehen und kann mehrmals in Anspruch genommen werden. Dies ist der Grund dafür, dass Hypotheken heutzutage kaum mehr als Sicherheiten verwendet werden.
Bevor man einen Baufinanzierungsvertrag abschließt, sollte man sich genau darüber informieren, welche Sicherheiten noch von der Bank akzeptiert werden. Sparguthaben und Lebensversicherungen werden in einigen Fällen auch anerkannt.