Fremdwährungskredit
Beim Fremdwährungskredit handelt es sich um einen Kredit, der in einer ausländischen Währung aufgenommen und auch in dieser zurückgezahlt wird. In der Regel wird so ein Darlehen in Schweizer Franken, japanischen Yen oder in US Dollar aufgenommen. Die Fremdwährung wird vom Kreditinstitut bei der Auszahlung in Euro umgetauscht und der Euro wiederrum bei Zins- und Tilgungszahlungen in die fremde Währung.
Fremdwährungskredite bieten sich vor allem bei Bauvorhaben als eine günstige Alternative zu Eurokrediten an. Der Vorteil des Fremddarlehens liegt darin, dass im Ausland ein niedrigeres Zinssniveau herrscht als in Deutschland. Dies bedeutet, man muss kleinere Monatsraten zahlen und reduziert deutlich die finanzielle Belastung.
Man kann einen Fremdwährungskredit sowohl als Annuitätendarlehen, als auch endfälliges Darlehen aufnehmen. In der Regel wird die zweite Variante bevorzugt. Das heißt, es werden während der ganzen Laufzeit nur die Zinsen gezahlt, der gesamte Kredit wird erst bei Vertragsablauf getilgt. Es ist üblich hierfür einen Tilgungsträger (Lebensversicherungen, Investmentfonds oder andere Wertpapiere) anzusparen.
Bei einem Fremdwährungskredit muss man keine Anschlussfinanzierung planen, denn der Vertrag kann bis zu 25 Jahren ausgestellt werden. Dieser lange Zeitraum reicht völlig aus um das Darlehen zurückzuzahlen.
Wer sich denkt, er sei mit dieser Finanzierungsform der Erfüllung seiner Wünsche näher als mit einem Eurokredit, sollte sich über folgende Möglichkeiten im Klaren sein:
- 1. Ein Fremdwährungskredit kann um vieles günstiger sein, doch für größere Gewinne müssen größere Risiken eingegangen werden
- 2. Die eigenen Sicherheiten müssen mindestens 30 % der Kreditsumme betragen
- 3. Man sollte sich mit Finanzen und der Börse einigermaßen gut auskennen
- 4. Durch diese Darlehensart lassen sich, verglichen mit dem Eurokredit, Ersparnisse von bis zu 40 % erzielen
Zu den Risiken des Fremdwährungskredites gehören das Zinsänderungsrisiko, das Wechselkursrisiko und das Tilgungsträgerrisiko. Diese können aber bei guter Kalkulation auch zum Zinsvorteil, zur Wechselkurschance und Chance aus Veranlagung werden. Um die negativen Faktoren im Kreditgeschäft soweit es geht zu reduzieren, ist es empfohlen das Darlehen in der Währung aufzunehmen, das mehr Potential zur Kurssenkung hat. Die Fremdwährungskredit Zinsberechnung erfolgt anhand eines Indikators, in den meisten Fällen der Libor, das in regelmäßigen Abständen neu festgelegt wird. Auch nach Zinssteigerungen liegt der Zinssatz bei Fremdwährungen niedriger als beim Euro.
Kunden, die sich für einen Fremdwährungskredit entscheiden, sollten über eine gute Bonität und ein sicheres Einkommen verfügen.